Akupunktur

Akupunktur spielt eine große Rolle in meinen Konzepten. Die Akupunktur stammt aus China und wurde vor ca. 4500 Jahren kodifiziert. Alle entscheidenden Regeln waren bereits damals ausgereift und wurden schriftlich niedergelegt. Das bekannteste Werk ist das 18 bändige  „Buch des Gelben Kaisers“ Huangdi Neijing des Meisters Qi Bo. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) arbeitet vor allem mit Diätetik (Ernährungslehre), Bewegungsübungen (v.a.Tai Qi Guan) und Atemübungen (Qi Gong).

Das Wissen um diese Methoden gehört im traditionellen China zu den Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben, oder wie früher das Wissen um die Hausmittel wie Quarkwickel und Tees  bei uns. Sie gehören zum Alltag. Die Gesundheitsvorsorge spielt eine weit bedeutendere Rolle als in den westlichen Kulturen. Die Ärzte verfügen über vertiefte Kenntnisse der TCM, beraten zunächst in der Gesundheitsvorsorge und arbeiten erst bei Störungen mit Kräutertherapie und Akupunktur. Die gesamte TCM basiert auf einem taoistischen Welt- und Menschenbild. Krankheit ist ein Zuviel oder ein Zuwenig an Energie an einem bestimmten Ort im Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Der Arzt stellt durch entsprechende Maßnahmen das Energiegleichgewicht wieder her. Dazu benutzt er eine gezielt ausgewertete Anamnese (Schilderung der Erkrankung durch den Patienten) und ein komplexes Denkmodell der Energieflüsse zur Erstellung der sogenannten Syndromdiagnose. Dieses Denkmodell hat sich aus der Erfahrung von 5000 Jahren Behandlung herausgebildet und wurde ständig weiter verfeinert. Am Anfang stand instinktives Verhalten.

Bei Kopfschmerzen massieren auch wir die Stirn oder den Nacken. Im Sommer essen wir eher kalt und im Winter eher warm. Sonnenlicht ist aktivierend und bei Dunkelheit ziehen wir uns eher zurück. Diese Erfahrungen haben die Chinesen sehr genau erfühlt und daraus über Analogien zwischen Naturphänomenen und physiologischen körperlichen Phänomenen ihre Vorstellungen von Gesundheit und der Behandlung von Krankheiten entwickelt.

Die Wirkmechanismen der traditionellen chinesischen Medizin sind im Detail nicht bekannt. Zweifelsfrei nachgewiesen ist, dass Akupunkturwirkung durch Morphium Antagonisten blockierbar ist. Im Mäuseversuch nachgewisen ist, dass Akupunkturwirkung durch Übertragung von Gehirnwasser vom akupunktierten Tier auf ein nicht akupunktiertes Tier übertragbar ist.  Sicher ist in jedem Fall, dass Akupunktur wirkt.

Wichtig ist ohnehin nicht wie Erfahrungsmedizin wirkt, sondern dass sie mit einer, den schulmedizinischen Methoden vergleichbaren Zuverlässigkeit wirkt.

Ich habe jedenfalls mit der Akupunktur eine Jahrtausende alte Methode zur Verfügung, die mich fasziniert und ohne wesentliche Nebenwirkungen meinen Patienten hilft.

 Indikationen für Akupunktur

Grundsätzlich arbeite ich in der Akupunktur auch mit TCM Diagnosen, die nicht 1:1 ins westliche System übertragbar sind. Es kann gesagt werden, dass ich bei eher langwierigen (länger als 6 Monaten bestehenden) Schwierigkeiten mehr auf Akupunktur zurückgreife als bei akuten Problemen.

Laut unserer praxisinternen Statisik sind die häufigsten westlichen Diagnosen bei Patienten, die mit Akupunktur behandelt wurden :

  • Ischialgie
  • Gonarthrose
  • Migraine
  • Kopfschmerzen (diverse Subtypen)
  • Atypischer Gesichtsschmerz
  • Polyneuropathie
  • Z.n.  Apoplex  (hier vor allem Schädelakupunktur nach Yamamoto)
  • Neuralgien
  • Radikuläre Schmerzsyndrome