Neurostimulation nach Molsberger (NSM)

Als eine der ersten Praxen in Südbayern haben wir Anfang 2013 die NSM eingeführt. Entwickelt vom Kopf der Forschungsgruppe Akupunktur, dem ich seit über 20 Jahren – seit der Akupunkturausbildung- verbunden bin, hat die Methode nur die Nadeln, die im Fall der NSM dann Sonden heißen gemeinsam.

Entscheidendes Wirkprinzip neben einer Veränderung des lokalen Gewebes und Veränderungen an der Eiweißstruktur von Entzündungsmediatoren im Wirkgebiet, ist wohl die Lenkung der Motilität von verschiedenen weißen Blutkörperchen. Dass Zellen sich aktiv bewegen und dass diese Bewegung durch Spannungsgradienten steuerbar ist, ist seit Langem bekannt. Die dafür nötigen Spannungen sind minimal, bewegen sich im µV Bereich und damit um mehr als den Faktor 1000 unterhalb der üblicherweise in der Medizin bei TENS, Elektrotherapie oder auch Elektroakupunktur verwendeten Spannungen. Neu ist die Anwendung dieser geringen Spannungen nicht im Labor an der Zellkultur, sondern am Patienten. Dazu musste eine subtile Steuerung der Stromstärken, unabhängig von der Gewebebeschaffenheit und dem individuell ja sehr unterschiedlichen Hautwiderstand der Patienten gefunden werden. Dies technisch umzusetzen ist Prof. Molsberger und dem Ingenieurteam gelungen. Die entsprechenden Patente sind erteilt.

Aufgabe des Therapeuten ist es nun, die für den Schmerz verantwortlichen oft sehr kleinen Strukturen durch manuelle Untersuchung herauszufiltern und technisch sauber zu sondieren. Hier kommen mir meine Erfahrungen in Akupunktur und in manuellen Methoden ( Chirotherapie, Osteopathie ) zugute.

Die Methode ist jung und wir sollten sie nicht mit überzogenen Erwartungen überfordern. Nach deutschlandweit ca. 180.000 Patienten ( Stand 2016 ) kann gesagt werden, dass insbesondere Sehnenproblematiken und bestimmte Kopfschmerzformen gut ansprechen. Vor allem kann gesagt werden, dass die Methode gefahrlos und ohne ernsthaft zu diskutierende Nebenwirkungen angewendet werden kann. Gerade bei einer jungen Methode ist dieser Aspekt bei aller Euphorie nicht zu vernachlässigen.