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OsteopathieOsteopathie ist ein, von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still im 19. Jahrhundert begründeter Zweig der Medizin. Im angelsächsischen Raum gibt es eine in der Regel 4 – 5 jährige akademische Ausbildung zum D.O., der dem M.D. (entspricht unserem approbierten Arzt) gleichgestellt ist und eigenverantwortlich Patienten behandelt . In Europa gibt es viele Schulen unterschiedlicher Qualität. Bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung von 5 Jahren kann man von einem in unserem Raum üblichen Weiterbildungsniveau ausgehen. D.O.´s gibt es in Deutschland weniger als 50 ! Die Osteopathie ist eine Erfahrungsmedizin, steht aber fest auf dem Boden von Anatomie, Physiologie und Biomechanik. Sie beschäftigt sich mit funktionellen, das heißt reversiblen Störungen der Organsysteme. Ausgehend von der Tatsache, dass jedem Wirbelsäulensegment ein Stück Haut, Bindegewebe, Muskel, Gefäß, Nerv und Knochen zugeordnet ist, und alle Informationen aus dem Körper zentral verarbeitet werden, ergibt sich ein sehr komplexes Zusammenhangsmodell, in dem jedes Organ mit dem anderen über - mehr oder weniger starke - bindegewebige, humorale oder nervale Verbindungen verknüpft ist. Unterschied zur Schulmedizin europäischer Prägung ist die Betonung fascialer, das heißt bindegewebiger Mechanismen, sowie die Bedeutung, die der Hirnwasserzirkulation und den Hirnhäuten selbst zugeschrieben wird. Die Diagnostik stützt eine Fülle von präzisen und interindividuell validierten Tests, die letztlich einen strukturierten Untersuchungs- und Behandlungsablauf ermöglichen sollen. Vielleicht macht ein Beispiel, sehr häufig im Vordergrund stehender Mechanismen diese trockenen Überlegungen etwas anschaulicher. HWS Probleme hängen oft mit dem Oberbauch zusammen. Erstens sind die Kapseln der Oberbauchorgane alle vom Nervus phrenicus innerviert. Der kommt aus dem häufigst blockierten HWS Bereich nämlich C4 und C5. Zweitens sind die Organe selbst vom Nervus vagus innerviert. Dessen Kern liegt im Nukleus ambiguus sehr nahe neben dem Kern für den Nervus accessorius, welcher den Muskulus trapezius innerviert. Fünftens, sechstens ....... Es gäbe noch ein Vielzahl von denkbaren Mechanismen. Die Gewichtung, welcher Mechanismus steht beim individuellen Patienten im Vordergrund, die Suche nach der sogenannten Primärläsion ist zentraler Bestandteil osteopathischer Diagnostik. In der Regel streben wir eine schulmedizinische Abklärung der vermindert beweglichen Region an, da aktuelle Erkrankungen der betroffenen Organe vorliegen können. Sehr häufig liegen aber aus schulmedizinischer Sicht abgelaufene oder banale Erkrankungen vor. Die Patienten sind dann verwirrt, wenn der Orthopäde eine Leberstörung diagnostiziert und der Internist, also der eigentliche Leberspezialist keinerlei Störung feststellen kann. Dies liegt nicht daran, dass der eine oder der andere nicht sorgfältig untersucht hat, sondern an der schlichten Tatsache, dass der osteopathisch denkende Orthopäde nach einer funktionellen Störung tastet und der Schulmediziner mit Labor, Sonographie, CT, Biopsie usw. nach einer strukturellen Störung forscht. Beides, veränderter Tastbefund und strukturelle Störung können, müssen aber nicht gemeinsam vorliegen! Es liegt also gar kein Widerspruch vor! Vielleicht konnten wir wenigstens einen Eindruck von den Denkmodellen der Osteopathen geben. Letztlich wollen wir nicht mit Worten überzeugen, sondern durch Behandlungserfolg. Die Osteopathie liegt mir am Herzen und ich freue mich über jede Rückmeldung, sei sie positiv oder negativ. Osteopathie ist keine Kassenleistung. Sprechen Sie hinsichtlich der Behandlungskosten mit Ihrem Therapeuten. Wir wünschen Ihnen baldige Besserung
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